I love Vienna – wie ich einen Sommer in Wien verbringe

Wien ist eine Stadt für jedermann und jedefrau. Ich persönlich liebe Wien nach fast 14 Jahren mit jedem Tag mehr und finde es bei jeder Jahreszeit toll. Es gibt so viel zu unternehmen, dass einem nie langweilig wird. Ich glaube, dass ich schon einiges in Wien gesehen habe, aber auch schon ein wenig die Welt bereist habe und ich kann von ganzem Herzen sagen: Wien ist tatsächlich, wie in vielen Artikeln immer wieder behauptet, die lebenswerteste Stadt der Welt. Stadt ist und bleibt halt immer Stadt und bietet natürlich nicht das Gleiche wie ein Landleben, aber das geht ja auch gar nicht. Wer Natur liebt, findet aber in Wien sicherlich Ruhe für sich selbst.

Da der Sommer in rasanten Schritten naht, inspiriert bereits vom heißesten Sommer ever (2015), möchte ich ein paar Plätze und Aktivitäten vorstellen, die ich gerne im Sommer in Wien mache und besuche. Es ist natürlich eine sehr individuelle Darstellung :-).

Natur in Wien

Ich liebe es, draußen zu sein. Es gibt nichts Schöneres als an einem angenehmen Sommertag outdoor zu sitzen, die Natur zu genießen und in Gedanken zu versinken oder spazieren zu gehen.

Die Stadt Wien hat sich was tolles einfallen lassen, wenn man sich nicht selbst überlegen will, welchen Weg man gehen könnte und zwar die sog. „Stadtwanderwege„: 11 verschiedene Routen, die gut beschildert durch unterschiedliche Gegenden Wiens führen, mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, schönen Aussichtspunkten und mit Möglichkeiten, Stempel zu sammeln 😉 . Natürlich gibt es unterwegs auch Möglichkeiten, die eine oder andere Mahlzeit einzunehmen und seinen Durst zu stillen. Die Wege sind zwischen 7,2 – 15 km (im Schnitt 10-11 km) lang und dauern zwischen 2,5 – 5 Stunden (im Schnitt 3-4 Std.). Man kann auch einfach nur Teile davon gehen. Ich selbst bin leider erst zwei Stadtwanderwege (Nr. 6 und 8) komplett gegangen, möchte aber unbedingt irgendwann alle „begehen“.

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Entlang des Stadtwanderwegs Nr. 8

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Stadtwanderweg Nr. 8

Eine weitere Möglichkeit, Natur in Wien zu genießen sind die wunderschönen Parks. Hier weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll: Stadtpark, Kurpark Oberlaa, Schönbrunn, Lainzer Tiergarten, Wienerberg, Donauinsel, Türkenschanzpark, den Prater, Schwarzenbergpark, Löwygrube und viele mehr. Manche sind größer, manche kleiner. Manche recht hügelig (z.B. Pötzleinsdorfer Schlosspark), manche sehr flach. Manchmal gibt es Tiere zu sehen. Und jeder Park hat etwas für sich. Es lohnt sich, jeden einzelnen zu entdecken.

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Schwarzenbergpark, April 2017

Kahlenberg, Wilhelminenberg, Böhmischer Prater, Leopoldsberg, Lainz, Schönbrunn (Gloriette) oder Schafberg (und andere) sind alles außerdem zusätzlich Ausflugsziele in die Natur mit Blick über Wien und ebenso netten Spazier- bzw. Freizeitmöglichkeiten.

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Schönbrunn, Mai 2014

Schwimmen und Genießen des Wassers

In Wien gibt es, wie ich auch sonst überall, sog. Sommerbäder. Hier gibt es jene der Stadt Wien mit moderaten Eintrittspreisen und zusätzlich noch private. Ich wollte alle städtischen Bäder einmal Mal ausprobieren. Manche Bäder bieten sowohl natürliches Gewässer als auch Chlor-Becken (z.B. Gänsehäufel), manche haben nur das eine, manche nur das andere. So können alle Vorlieben abgedeckt werden. Bei manchen Bädern hat man einen schönen Blick über Wien (z.B. Schafbergbad oder Krapfenwaldbad) und bei manchen Bädern hat man Special Features wie einen 10-Meter-Turm (z.B. Laaerberg Bad).

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Krapfenwaldbad, Juli 2015

 

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Laaerberg Bad, endlich vom 10 Meter Turm gehüpft, Juli 2016

Persönlich bevorzuge ich natürliches Gewässer aber hin und wieder ist so ein Besuch im öffentlichen Bad auch ganz okay. Sie sind teilweise natürlich sehr überlaufen, aber man findet dennoch ein nettes Plätzchen. Ich hab schon fast alle städtischen Bäder ausprobiert und mein Lieblingsbad ist definitiv das Gänsehäufl!

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Gänsehäufl, Juli 2013

Zusätzlich gibt es unzählige Naturbadeplätze (kostenlos oder mit Eintritt), manche kennt jedeR, manche sind sehr geheimnisvoll. Ich entdecke immer wieder gerne neue! Meine letzte Neuentdeckung war im Vorjahr die „Neue Liegewiese“ an der Alten Donau, die es scheinbar erst seit 2015 gibt. Klassisch ist natürlich alles entlang der Neuen und Alten Donau bzw. auf der Donauinsel oder Liegewiesen wie das Kaiserwasser oder die Romawiese. Weiters gibt es Badeplätze wie das Mühlwasser oder der Hirschstettner See, der Süßenbrunner Badeteich oder den Wienerbergteich. Alles gratis Naturbadeplätze, die ich alle empfehlen kann! Auch in der Seestadt Aspern gibt es einen Badeteich, den hab ich allerdings noch nicht ausprobiert und mir für heuer vorgenommen.

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Hirschstettner See, Juni 2015

Entlang des Donaukanals kann man zwar nicht schwimmen, aber die Nähe des Wassers genießen, man ist quasi in der Stadt und es gibt viele Lokale. Ich liebe es dort einfach herum zu sitzen und ins Wasser zu schauen und die nette Atmosphäre zu genießen. Schön ist es auch, am Wienfluss entlang zu spazieren.

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Donaukanal, Juni 2016

Radfahren

Wer mich kennt, weiß wie sehr ich Radlfahren liebe. Es ist natürlich etwas Gewöhnungssache, in einer Millionenstadt zu radln, aber wenn man sich mal überwunden hat, gibt es kein besseres Freiheitsgefühl. Die Radwege werden laufend ausgebaut und wenn man die richtigen Wege kennt, kann man stark befahrene Straßen auslassen und das radln richtig genießen!

Und wer kein eigenes Fahrrad hat, dem kann man nur das Citybike empfehlen. Dieses gibt es gratis auszuborgen (einmalig sind 1 € für die Registrierung zu bezahlen).

Besonders schön ist es natürlich in der Natur. Da gelten dieselben Gegenden, die ich bereits oben ausgeführt habe (teilweise Parks, teilweise dort, wo es Plätze zum Schwimmen gibt).

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Radln entlang der Donau, März 2017

Feste feiern oder (gratis) Kultur genießen

In Wien findet jeder Mensch etwas für sich. Wer gerne live Musik hört, hat bei zahlreichen Events sogar gratis die Möglichkeit, diese zu genießen. Hierzu zählt etwa das Megaevent Donauinselfest, oder kleinere Feste wie das Popfest.

Außerdem gibt es jedes Jahr immer wieder Outdoor-Kino-Events wie das Kino unter Sternen (fällt 2017 leider aus!).

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Popfest, Juli 2015

Auf in die Lüfte

Wer es gern etwas höher mag, kann einen Sommertag auf dem Donauturm, im DC Tower oder auch am Riesenrad genießen. Es gibt aber unzählige Orte, an denen man in Wien einen Kaffee oder Kakao mit wunderbarem Ausblick genießen kann.

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Riesenrad, Oktober 2016

 

Das waren nun meine Ideen für einen genussvollen und entspannten Sommer in Wien. Es gibt selbstverständlich viele viele andere bzw. zusätzliche Möglichkeiten, Wien zu genießen.

Ich freu‘ mich nun schon auf einen hoffentlich schönen Sommer in meiner Lieblingsstadt 🙂

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Argentinien 2013 – Iguazú bis Ushuaia

Im November 2013 ging es für 4 Wochen nach Argentinien. 4 Wochen für das 8. größte Land der Welt erzwang Prioritätensetzung und genaue Planung im Vorfeld mit genug Puffer für eventuelle Verzögerungen.

Vieles wollten wir sehen, vieles mussten wir von unserer Liste streichen. Es ist in Argentinien nicht alles so einfach wie bei uns. Es war meine erste Reise nach Südamerika. Spanisch-Kenntnisse sind für den Besuch dieses Landes von großem Vorteil. Aber es ist wohl generell sinnvoll, ein paar Worte in der Landessprache zu lernen, das man besucht.

Nun denn, zuerst wurden die absoluten Fixpunkte festgelegt. Dazu zählten die Wasserfälle Iguazú und Patagonien mit seinem berühmten Gletscher Perito Moreno.

Nach meiner unkomplizierten Anreise nach Buenos Aires (einer super Flugverbindung über Paris nach Buenos Aires und dem für mich längsten Flug bis dato von 14 Stunden, in dem ich 9 Stunden geschlafen habe) ging es von Buenos Aires und einem interessanten Geld-Wechsel im Hinterzimmer eines Einkaufszentrums (am besten Dollar mitnehmen und vor Ort von einer vertrauensvollen Quelle wechseln lassen) direkt nach Iguazú (18 Stunden im Bus). Darauf hatte ich mich schon so lange gefreut – auf die angeblich schönsten Wasserfälle der Welt (bis heute habe ich keine schöneren gesehen).

Iguazú sollte man sich unbedingt von der argentinischen UND der brasilianischen Seite aus ansehen. Es sind komplett unterschiedliche Sichtweisen auf die Wasserfälle. Am besten mit dem ersten Bus in der Früh hinfahren. So hatten wir einige Zeit völlig alleine, was wirklich sehr angenehm war. Der Grenzübertritt nach Brasilien funktionierte auch völlig reibungslos (Gelbfieber hatten wir geimpft, wurden aber nicht kontrolliert bei der Einreise).

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Iguazú (argentinische Seite)

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Iguazú (brasilianische Seite)

Die Wasserfälle waren wirklich magisch und keine anderen Wasserfälle haben bisher Iguazú auch nur ansatzweise das Wasser gereicht (und ich stehe auf Wasserfälle und habe schon viele gesehen). Ein Tag pro Seite ist ausreichend, um sie in ihrer Pracht genießen zu können.

Nach Iguazú wollten wir eigentlich nach Salta, aber aus Zeitgründen haben wir den Norden Argentiniens leider völlig streichen müssen und sind 44 Stunden mit dem Bus Richtung Süden nach Bariloche gefahren – dabei haben wir in Córdoba einen längeren Zwischenstopp gemacht.

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Córdoba

Apropos Busfahren: Das ist in Argentinien nämlich ein bisschen mühsam zum Organisieren, weil es so viele verschiedene AnbieterInnen gibt, und jede/r Anbieter/in andere Orte ansteuert und das natürlich zu ganz unterschiedlichen Preisen, Intervallen und Konditionen (und es natürlich – zumindest als wir dort waren – nicht EINE Internetseite gibt, wo man alle gesammelt finden und vergleichen könnte), aber die Fahrten an sich sind zumindest für einen Menschen wie mich sehr angenehm und erholsam. Man kriegt Essen serviert (auch vegetarisch!) und der Sessel ist groß, breit und bequem zum Schlafen. Wir haben viele viele Stunden und auch Nächte im Bus verbracht und es hat immer gut funktioniert. Am liebsten hatten wir die Sitze im oberen Stock ganz vorne. Die Aussicht war da immer grandios – wie zum Beispiel diese hier:

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Aussicht vom Bus auf den Fitz Roy (3.406 Meter)

Nach einer langen Busfahrt und 2 Nächten im Bus sind wir also in Bariloche, dem Seengebiet Argentiniens, angekommen. Diese Stadt liegt im Norden Patagoniens.

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Bariloche

Wir haben uns für 3 Tage ein kleines aber feines Auto gemietet, mit dem wir nach San Martin de Los Andes gefahren sind und die sog. 7-Seen-Route entlang fuhren. Von San Martin aus haben wir uns den Nationalpark Lanin angeschaut und spazierten entlang des Lago Tromen.

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Entlang der 7-Seen-Route

Das Autofahren war für mich aufgrund des verregneten Wetters manchmal eine Herausforderung. Für kurze Strecken brauchten wir ewig und wenn ich nicht mehr weiter wusste, hat einfach Isa das Steuer übernommen. Aber es hat großen Spaß gemacht!

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Unser Auto entlang der 7-Seen-Route

Zurück in Bariloche machten wir auch einen kleinen Radausflug (27 km entlang des Circuito Chico) im Nationalpark Huapi und besichtigten ein wenig die kleine Stadt Bariloche. War wirklich sehr schön dort.

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Radtour bei Bariloche

 

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In Bariloche

Nach Bariloche ging es weiter nach Puerto Madryn. Von dort aus besuchten wir mittels gebuchter Tour den Nationalpark Peninsula Valdéz. Dabei konnten wir Pinguine aus nächster Nähe sehen. Außerdem durften wir Seelöwen, Seeelefanten und Lamas beobachten. Ich hab noch zusätzlich eine Bootstour zur Walbeobachtung gemacht, weil ich noch nie zuvor Wale in natura gesehen hatte.

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Von Puerto Madryn aus ging es via Bus über Rio Gallegos und El Calafate nach El Chaltén weiter. Dort verbrachten wir ein paar Tage mit unvergesslichen Erlebnissen. Wir absolvierten verschiedene längere Wanderwege wie den Walk „Lagona Torre“ (22 km) mit Blick auf den Cerro Torre, den Wanderweg „Los Condores“ und den „Laguna de los Tres“ (18 km), zu dessen Startpunkt bei Hospiteria wir uns hinführen ließsen. Außerdem machten wir auch einen Spaziergang zum Wasserfall „Chorillo del Salto“ (8 km), welcher sehr schön war.

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Blick auf El Chaltén

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Bei einer Wanderung…

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Neben diesen Aktivitäten buchten wir auch eine unvergessliche Tour zum Viedma Glacier, wo ich neben der beeindrucken Landschaft nicht nur erstmals Eisberge und einen grandiosen Gletscher zu sehen bekam, sondern auch erstmals in meinem Leben Eisklettern probierte. Die Bootsfahrt dorthin war auch ein Abenteuer für sich – vermutlich die abenteuerlichste Bootstour überhaupt.

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Eisberge am Weg zum Viedma Gletscher

 

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Viedma Gletscher

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Im Gletscher

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Eisklettern am Viedma Gletscher

Der große Vorteil des Viedma Gletschers ist, dass er nicht so touristisch überlaufen ist, da er nicht so leicht zu erreichen ist. Wir waren mit unserer Gruppe von ein paar Leuten wirklich alleine. Beim Klettern selbst waren wir sogar zu zweit mit unserer Guidin!

Nach den aufregenden Tagen in El Chaltén stand auch schon der nächste Höhepunkt vor der Tür. Es ging nach El Calafate zum Nationalpark Gletscher Perito Moreno. Dieser Gletscher ist sehr bekannt und dementsprechend viele Touristinnen besichtigen ihn. Sein Vorteil (oder auch Nachteil?) ist seine leichte Erreichbarkeit. Aber er ist halt auch wirklich traumhaft. Wir hatten diesmal richtiges Glück mit dem Wetter. Ein strahlend blauer Himmel bescherte uns einen wunderbaren Anblick auf dieses Naturspektakel. Es ist faszinierend, den ins Wasser fallenden Gletscherteilen zu lauschen. Es zahlt sich wiederum aus, sehr früh anzureisen, da man dadurch den großen Touristenströmen entgeht.

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Gletscher Perito Moreno

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Gletscher Perito Moreno

Von El Calafate aus ging es per spontan gebuchten Flug zu unserem letzten Reiseziel Ushuaia – oder wie es so schön heißt an das „Fin del Mundo“ (Ende der Welt). Der Flug hat sich auch gelohnt, weil wir so einen wunderbaren Ausblick genießen durften. Uschuaia ist die südlichste Stadt der Welt. Von hier aus starten Schiffe in die Antarktis (die wir leider nicht besichtigen konnten). Wir haben die Glaciar Martial-Wanderung und zum Playa Larga einen Ausflug gemacht.

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Anflug auf Ushuaia

 

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Glaciar Martial, Blick auf Ushuaia, Berge rechts im Hintergrund sind bereits in Chile

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Von Ushuaia haben wir bereits vor Reiseantritt einen Flug nach Buenos Aires gebucht. Es funktionierte alles problemlos. In Buenos Aires haben wir nur noch eine letzte Nacht verbracht. Da ich nicht so ein (Groß)Stadt-Fan bin, lege ich meine Prioritäten eher auf Natur. Wir sind dann aber doch noch ein wenig herumspaziert in der Hauptstadt und haben unter anderem die breiteste Straße der Welt gesehen.

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Breiteste Straße der Welt, Buenos Aires

Nach 4 exzellenten Wochen in einem wunderschönen Land ging es wieder zurück nach Wien. Argentinien ist unbedingt eine Reise wert. Es ist ganz anders als Peru oder Bolivien, welche ich danach besucht habe. Für Argentinien ist aufgrund der Größe des Landes eine Planung im Vorfeld sinnvoll, vor allem wenn man wenig Zeit vor Ort hat. Wir hatten so viele Pläne, die wir dann leider streichen mussten, weil es keinen Sinn macht von Ort zu Ort zu hetzen. Was mir in Argentinien in besonderer Erinnerung blieb, sind die endlos langen Straßen zwischen den Orten bzw. Städten, wo einfach nichts war, rein gar nichts.

Irgendwann möchte ich definitiv wieder hinfahren und den Norden kennen lernen und vielleicht doch irgendwann mal zurück nach Ushuaia und in die Antarktis…. Träumen darf man ja… 🙂

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… das war bei Puerto Madryn

 

 

Winter in Wien – Outdoor Aktivitäten

Ja, ich liebe den Winter, ich gebe es zu. Und heuer war ja angeblich der kälteste Jänner seit 30 Jahren – ob das stimmt? Mir egal, Hauptsache es gibt ganz viel Schnee. Aber was macht man, wenn es so kalt ist?
Wie im Sommer könnte man also meinen: Was mache ich einen ganzen Winter in einer Großstadt wie Wien? Dabei gibt es gerade auch in der Stadt, die zwar keine großen Berge zu bieten hat, aber dafür jede Menge anderer Vorzüge hat, unendlich viele Möglichkeiten, den Freiheitsdrang outdoor zu stillen.

Zuallererst: Spazieren Gehen

Was gibt es schöneres, als den kalten Wind um die Ohren zu spüren, ein kalter Luftstoß und die Stadt zu erkunden und wiedereinmal zu Fuß genießen. Warm eingepackt kann da rein gar nichts passieren. Wien bietet so viele schöne Parks und Grünflächen wie etwa Schönbrunn, Lainz, den Prater u.v.m. Oder auch einfach im 1. Bezirk spazieren gehen. Einfach überwinden und rausgehen.

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Spaziergang durch den 1. Bezirk –  Karlsplatz und Karlskirche

Oder ein Spaziergang im Donaupark mit Zwischenstopp am Donauturm und traumhaften Ausblick auf Wien:

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Donauturm und Spaziergang Alte Donau

Aber eigentlich ist es überall schön in Wien! Einfach drauf losgehen!

Eislaufen

Wie wärs mit Eislaufen? Das ist ein ganz einfacher Sport, bei dem man nicht wirklich eine Ausrüstung braucht außer Eislaufschuhe – diese können aber bei (fast) allen Eislaufplätzen in Wien ausgeborgt werden. In Wien gibt es ein paar schöne Kunsteislaufplätze wie etwa der Wiener Eistraum am Rathausplatz. Traumhaftes Ambiente mitten in Wien zwischen Rathaus und Burgtheater. Besonders bei Nacht finde ich diesen Eislaufplatz sehr toll. Es gibt hier nicht nur Eisflächen zum Im-Kreis-Fahren, sondern auch Möglichkeiten durch die Bäume zu fahren. Verkehrszeichen helfen, um nicht plötzlich zur/m GeisterfahrerIn zu werden.

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Wiener Eistraum, Jänner 2017

Neben dem Eistraum gibt es ein paar weitere (künstliche) Eislaufplätze wie etwa den Eisring Süd (mit Indoor- und Outdoor Eislaufmöglichkeit) im 10. Bezirk, dem Eislaufverein im 3. Bezirk oder die Kunsteisbahn Engelmann im 17. Bezirk über den Dächern Wiens. Weitere Möglichkeiten sind hier aufgelistet.

Bei allen Eislaufplätzen sollte auf die Öffnungszeiten geachtet werden!

Keine Öffnungszeiten gibt es hingegen bei allen natürlichen Eislaufplätzen – sprich überall dort, wo Wasser gefriert. Das ist mir in Wien in über 13 Jahren bis jetzt (leider) erst einmal passiert (Jänner 2017), ist dafür dann umso großartiger. Wenn dieses tolle Ereignis dann eintritt, gibt es zum Eislaufen zahlreiche Möglichkeiten entlang der (Alten) Donau oder dem Kaiserwasser. Aber immer Achtung auf die Eisdicke – es brechen immer wieder Leute im Eis ein. Offiziell freigegeben werden diese Eislaufflächen aber nie, sie sind daher immer auf eigene Gefahr zu benützen. Es ist also absolute Vorsicht geboten – besonders gefährlich ist es nahe und unter Brücken. Als Einstiegsstellen bei der Alten Donau zur Eislauffläche eignen sich etwa die Neue Liegewiese oder die Roma Wiese.

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Eislaufen auf der Alten Donau, Jänner 2017

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Alte Donau – zugefroren zur Eislauffläche geworden


Oder ein Ausflug zum Neusiedlersee zum Eislaufen?

In nur 45 Minuten erreicht man mit dem Auto direkt den Neusiedlersee, der gefroren zu einem traumhaften Eislaufplatz mutiert, wo man ganz alleine seine Eislaufschwünge genießen kann. Es ist praktisch überall, wo entlang dem Neusiedlersee Orte sind, leicht möglich aufs Eis zu gelangen – bspw. Weiden am See oder Neusiedl.

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Weiden am See, Neusiedlersee

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Rodeln und Schifahren

Zum Rodeln eignen sich bei geeigneten wetterbedingten Voraussetzungen Schnee schon einfache kleine Hügeln. Ausrüstung ist dafür auch keine notwendig: Ein großes dickes Plastiksackerl, Poptschi drauf und los geht’s. Es gibt auch verschiedene steile Straßen, die bei entsprechendem Wetter zu sog. „Rodelstraßen“ und als solche genützt werden können.

Für Schifahren ist mir in Wien nur eine Möglichkeit bekannt – und zwar die Hohe-Wand-Wiese. Eine kleine feine Möglichkeit, ein paar Schwünge zu machen, aber eher für Kinder und AnfängerInnen gedacht. Berg-FreundInnen sollten wohl eher auf die umliegenden Berge von Wien ausweichen (Semmering etc.).

 

Einfach den Schnee genießen

Man kann auch einfach gar keine Bewegung machen und zum Beispiel ein Schneemann/-frau/-es oder einen Schneewurm bauen, ein Schneeengerl machen und zufrieden den Winter genießen – so wie ich es auch besonders liebe 🙂

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Ein Schneemann AUF der Donau

 

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Schneeengerl AUF der Donau

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Schneewurm AUF der Alten Donau

Wenn all dies keinen Guster auf Winter macht, dann kann ich nur noch sagen: Genießt die Couch oder macht einfach wonach euch ist! 🙂img-20170112-wa0004

Besichtigung AKW Zwentendorf

Unbeabsichtigter Weise wurde mein 31. Lebensjahr zum Jahr der Energie. Nachdem ich meinen 30er auf einem Windrad verbrachte und vor ein paar Wochen das Wasserkraftwerk Ybbs-Persenbeug besichtigt habe, ging es diese Woche zum AKW Zwentendorf – ein Atomkraftwerk das voll funktionsfähig fertig gestellt wurde, aber niemals in Betrieb ging.

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Aussichtsplattform Windrad, 26.8. 2015

Meine Vorfreude auf die Besichtigung des AKWs war groß, meine Neugierde darauf riesig. In Zwentendorf steht das weltweit einzige AKW, das niemals in Betrieb ging. Es wirbt mit dem Slogan „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ (Victor Hugo).

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AKW Zwentendorf

Nun, der Besuch bzw. die Tour durch das AKW war sehr sehr interessant und informativ. Es wird nicht nur die Funktionsweise eines AKWs genau und verständlich erklärt, auch die politischen Hintergründe werden erläutert und ein Bezug zur heutigen Zeit hergestellt (z.B. Tschernobyl, Fukushima).

Für Laien wie mich – Georg und ich haben die Funktionsweise eines AKWs folgendermaßen kurz zusammengefasst: Im Reaktor-Druckbehälter wird Wasser durch Kernspaltung (uranangereicherte Brennstäbe) in Wasserdampf umgewandelt (bei diesem Prozess entsteht die gefährliche Radioaktivität). Der Wasserdampf treibt die Turbinen an, welche die Energie zum Generator schicken. Dieser wandelt die Energie in elektrischen Strom um. Laut Guide stimmt diese sehr plakative Zusammenfassung 😉

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Blick von oben auf den Reaktor-Druckbehälter

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Unten am Druckbehälter

Das Komplizierte an Atomkraftwerken ist die Sicherheit. Deshalb wird dafür ein sehr großer Aufwand betrieben. Die Folgen eines Unglücks sind verheerend. Der Atommüll bleibt so lange erhalten und die Radioaktivität ist unheimlich gefährlich. Die Entsorgung ist daher die größte Herausforderung und sehr teuer.

Am Ende der Tour haben wir den Steuerungsraum betreten, von dem aus das AKW gesteuert werden hätte sollen. Besonders witzig war hier das Rot-Weiß-Rot-Telefon (Telefonhörer rot-weiß-rot angemalt) mit dem man damals direkt zum Bundeskanzler anrufen konnte, damit im Falle eines Problems die Bevölkerung sofort informiert werden hätte können.

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AKW Steuerungsraum

 

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Rot-Weiß-Rot-Telefon direkt zum Bundeskanzler

Das AKW Zwentendorf wurde 1972-1976 erbaut. 1978 kam es zur Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des AKWs. Das denkbar knappe und für Österreich richtungsweisende Ergebnis (50,47% vs. 49,53% – 30.000 Stimmen Unterschied) führte dazu, dass das AKW niemals in Betrieb genommen wurde. Der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky trat zwar nicht – wie bei einem negativem Ausgang versprochen – zurück, doch das Ergebnis führte zu einer Zäsur in der Energiepolitik, zum Nachdenken in der gesamten Bevölkerung und Österreich hat damit nachhaltig zugunsten von Umweltschutz entschieden!

Im AKW ist heute fast alles noch original vorhanden (teilweise natürlich sehr rostig). Seit der Volksabstimmung und nachdem klar wurde, dass es nie in Betrieb gehen würde, werden Teile verkauft. Wer das AKW besichtigen will, sollte dies daher eher rasch machen. 2005 wurde das AKW bzw. das ganze dazu gehörende Areal von der EVN gekauft. Auf dem Gelände wurde mittlerweile eine riesige Photovoltaik-Anlage errichtet. Heute wird das AKW außerdem unter anderem auch als Forschungszentrum geführt und künftige AKW-MitarbeiterInnen (aus dem Ausland) werden hier ausgebildet – es eignet sich dafür sehr gut.

Mehr will ich nun nicht mehr verraten, sonst würde ich ja quasi eine Führung spoilern.

Im Übrigen werden während der Führung durch einen der beiden Guides immer Fotos von der Gruppe gemacht, damit man sich voll und ganz auf die Führung konzentrieren kann. Diese werden dann ein paar Tage später per Email kostenlos als Download zur Verfügung gestellt. Super Service!

Mir bleibt nur eines zu sagen: Schaut es euch an, es waren unheimlich spannende 2 1/2 Stunden in einem echten Atomkraftwerk!!!

Informationen:

Jeden Freitag gibt es die Möglichkeit, an kostenlosen Führungen teilzunehmen. Eine Anmeldung ist jedoch lange im Vorhinein notwendig und muss sehr rasch zum richtigen Zeitpunkt getätigt werden. Hier geht es zur Homepage des AKWs.

Eine virtuelle Tour durch das AKW ist hier möglich.

Hier ist ein empfehlenswertes Video, das im AKW gefunden wurde. Darin wird auch Werbung für Atomstrom gemacht – unbedingt anschauen!

Auf Youtube gibt es viele Videos zur Funktionsweise eines AKWs – für alle, die es genauer interessiert.

Resümee Peru & Bolivien Reise

Meine persönlichen Highlights der Reise aus jetziger Sicht:

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1. Salar de Uyuni / Bolivien (Best of Reise ever)
2. Sandboarding & Düne Ica / Peru
3. Machu Picchu / Peru
4. Isla del Sol am Titicacasee, Copacabana / Bolivien
5. Salzterrassen Maras / Peru

Ein paar erste Male:
-) Keinen Reiseführer mitgenommen! (Beste Idee ever!)
-) Uhrzeit am Handy auf lokale Zeit umgestellt
-) Nur 1 Email in 3 Wochen geschrieben!
-) Keine einzige Postkarte gekauft bzw. verschickt
-) Ziemliche Wurschtigkeit (was Vorbereitung und Reise selbst betraf)
-) Erstmals Gepäck unter 10kg
-) Keine Packliste im Vorfeld der Reise geschrieben und trotzdem nichts vergessen
-) Keine Vorfreude auf die Reise (es war totzdem toll und ich bereue es nicht!)

Was ich nicht vermissen werde:
-) Lärm: Es ist so laut hier! Speziell das dauernde grundlose (in meinen Augen unnötige) Hupen immer und überall (zum „Hallo“-Sagen, bei roter Ampel, etc.)
-) Baby/Kindergeschrei und herumschreiende Menschen
-) Verhandeln bzw. Aufpassen dass man nicht verarscht wird, weil man Tourist/in ist
-) Fleischlastiges Essen (noch nie wars auf meinen Reisen so mühsam vegetarisches Essen zu finden)
-) „Touristensteuer“
-) Rucksack ein- und auspacken

Was ich vermissen werde:
-) Spanisch reden
-) An meine Grenzen gelangen
-) Beeindruckende neue Erfahrungen
-) Traumhafte Landschaften
-) Momente der Atemlosigkeit
-) Austausch mit anderen Menschen
-) „Selbstreflexion“ – sich selbst einmal mehr besser kennen lernen
-) Lernen zu „Vertrauen“

Was ich noch gerne gesehen/gemacht hätte:
-) mehr von Bolivien
-) Ausangate Berg in Peru (wurde erst vor 1-2 Jahren touristisch erschlossen und schaut auf Fotos traumhaft aus)
-) mehrtägiges Trekking (z.B. im Colca Canyon oder Machu Picchu)

Statistik:
-) Busfahrten über Nacht: 4
-) Stunden im Bus: 63 Stunden (ohne Touren!)
-) Regentage: 0
-) Flüge bis dato: 5 (3 kommen auf der Heimreise noch dazu) bzw. 8

So, und jetzt… ab zum Flughafen, bye bye Südamerika!

Peru: die letzten Tage

Nun ist sie angebrochen, die letzte Nacht in Peru, die wir in Lima verbringen. Deshalb möchte ich noch über die letzten Tage unserer 3-wöchigen Peru-/Bolivien-Reise berichten.

Nachdem sehr schönen Ausflug in den Colca Canyon haben wir am nächsten Tag nochmals Arequipa angeschaut, wobei wir das Kloster Santa Catalina besichtigt haben. Das war wirklich eine Stadt in der Stadt und sehr beeindruckend.

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Abends ging es mit dem Nachtbus nach Nazca. Das war wohl die gemütlichste und angenehmste Nachtbusfahrt überhaupt. Es war so gemütlich, dass wir fast den Ausstiegspunkt verpasst hätten – trotz Wecker. Den Wecker hatten wir für 5:45 Uhr gestellt da für 6 Uhr die Ankunft geplant war, jedoch sind wir nach Abdrehen des Weckers gleich wieder eingeschlafen. Als wir aufwachten drehte Georg das GPS seines Handys auf und voller Erschrecken mussten wir feststellen, dass wir Nazca bereits wieder verließen. Niemand hatte uns geweckt. Georg rannte blitzartig zum Busfahrer und dieser ließ uns einfach irgendwo an der Straße aussteigen.

Nun, nach dieser erholsamen Nacht mussten wir entscheiden, wie wir in Nazca tun um die berühmten Linien zu sehen. Entweder zum Aussichtsturm (wo man angeblich nur 2 der Linien/Figuren sehen kann) oder einen Rundflug. Nach langem hin und her entschieden wir uns für einen Rundflug und gegen den Aussichtsturm. Für den Rundflug bekamen wir sogar ein Flugzeug nur für uns. Der Flug dauerte ca. eine halbe Stunde und es war sehr stressig. Zeit ist schließlich Geld.

Immer wieder fasziniert mich in Südamerika wie sie organisiert sind. Hier in Peru scheint alles komplett unorganisiert zu sein hat aber in Wahrheit ein super System. Alles funktioniert erstaunlich fast perfekt.

Nun gut, mich haute der Flug nicht vom Hocker auch wenns natürlich wirklich spannend war, diese riesen Figuren zu sehen und einen Eindruck von der Landschaft hier zu erhalten. Und wenn man schonmal da ist, wer weiß ob man wieder herkommt. Ich fand den Flug halt viel zu stressig, weil ich auch nicht so gut sehe und lange brauchte um die Figuren alle zu erkennen.

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Ich hab genug jedenfalls von diesem ganzen Touri Scheiß.

Nun ja, nach dem Flug gings weiter ins 2 Stunden entfernte Ica, hier haben wir ein Hotel gebucht (mit dem ersten und einzigen super leckeren Frühstück unserer Reise). Im Bus quatschten wir mit einem deutschen Pärchen, das wir beim Buchen des Nazca-Fluges kennenlernten. Alex fragte uns, was denn in Österreich politisch los sei (Stichwort neuer Bundeskanzler etc.). So Außenperspektiven sind manchmal sehr spannend!

In Ica angekommen, bezogen wir zuerst einmal unser Zimmer und dann fuhren wir mit einem Tricycle zur Oase Huacachina wo wir mit einem Buggy durch die traumhaften Dünen fuhren und ich zum ersten Mal Sandboarden ausprobierte. Es war sooooo cool!!!

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Zum Abschluss des perfekten Nachmittags gabs einen wunderschönen Sonnenuntergang über den Dünen.

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Am nächsten Tag ging es weiter nach Paracas, ein Dorf am Meer – endlich Meer. Hier spazierten wir nur herum und genossen schließlich einen weiteren schönen Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen, gestern, gings am Vormittag zu den Islas Ballestas, die auch gerne als „Mini-Galapagos-Inseln“ bezeichnet werden, wo wir Pinguine, extrem viele Vögel und einige Seelöwen bestaunen konnten. Abgesehen davon waren die Inseln so auch traumhaft anzuschauen.

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Danach gings direkt weiter nach Lima. Taxi, Taxi, Bus, Taxi. Mittlerweile wissen wir ja, dass hier alles System hat. Einfach vertrauen. Keine Ahnung bei wem wir so ins Taxi stiegen. Ziemlich reibungslos gelangten wir also nach 5 Stunden in unser Hotel. Ziemlich hungrig suchten wir ein Lokal. Nach 10 gescheiterten Versuchen, vegetarisches Essen zu bekommen, erbarmte sich ein Lokal (zwar unfreundlich wie viele hier aber dennoch) mir Reis mit 2 Scheiben Tomaten und bissl Grünzeug zu geben. Da ich nicht satt aber am Ende meiner Nerven war, gingen wir, was ich zwar nicht wollte aber der Hunger sprach aus mir, zum KFC und aßen Pommes und Salat. Ich esse gerne und viel und wenn ich nichts zu essen krieg, werde ich sehr grantig.

Danach statteten wir dem Aqua Park noch einen Besuch ab. Ganz viele coole beleuchtete Brunnen. War sehr cool!

Heute hatten wir eigentlich keine Lust, das Zimmer zu verlassen. Wir wollen nur mehr nach Hause. Ich mag diese großen Städte einfach nicht. Lima hat so viele EinwohnerInnen wie Österreich. Und es ist sooo laut.
Naja nachdem wir uns den Vormittag mit der Bundespräsidentenwahl beschäftigt haben, überwanden wir uns doch, wenigstens das Zentrum Limas anzuschauen, wenn wir schonmal da sind.

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Nach drei Stunden sind wir aber wieder zurück ins Zimmer. Unser Flug geht morgen früh, weswegen wir um 4 Uhr aufstehen müssen. Jetzt versuchen wir noch, die letzten Stunden rüberzubiegen und die Freude auf Wien ist riesengroß. In welch toller Stadt wir doch leben dürfen!

Wenn doch nur mehr Leute schätzen würden, was wir für ein Glück haben, in so einem tollen Land mit Frieden und super Infrastruktur geboren zu sein. Wenngleich vieles verändert gehört. 50% rechte WählerInnen sind eindeutig ein Warnsignal und traurig in Anbetracht Österreichs Geschichte. Hoffen wir, dass wir morgen zumindest für dieses Mal noch die Kurve gekratzt haben und kein N… als Präsident angelobt werden muss. Für die Zukunft befürchte ich das Schlimmste 😦

Peru: Puno & Arequipa

In Puno haben wir also die Tour zu den Floating Islands und der Insel Taquila gemacht, die allesamt auf dem Titicacasee liegen.

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Der Titicacasee ist übrigens der höchstgelegene größte (?) schiffbare See der Welt. Er ist sehr dreckig, das Wasser kann keinesfalls einfach so getrunken werden. Die tiefste Stelle ist 280 Meter tief. Der See hat eine Gesamtgröße von 8.500qkm und hat immer ca. 12 Grad (friert nie). Er ist übrigens zu 60% in Peru und 40% in Bolivien. Die beiden Länder haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander (meinte der Guide jedenfalls).

Unsere Bootstour hat uns zuerst zu den sog. Floating Islands (Uros-Inseln) geführt. Das sind Inseln, welche aus Schilf gebaut werden und auf denen je Insel immer ein paar Familien zusammenleben. Das Schilf konnten wir auch kosten – es ist sehr gesund denn es enthält Calzium und Eisen. Schmeckt ganz interessant. So eine Insel hält ca. 30 Jahre. Gegen Ende ihrer Lebensdauer wird eine Neue gebaut. Die Inseln wurden ursprünglich gebaut, um sich vor „Feinden“ schützen zu können (die BewohnerInnen konnten bei Gefahr den Anker losmachen und schwammen dann irgendwo am See herum wo sie niemand finden konnte). Aus ca. 80 Inseln besteht dieses „Inseldorf“ auf denen ca. 2.000 Menschen leben. Es gibt auch eine Schule und ein medizinisches Zentrum. Pro Insel gibt es auch eine/n Chef/in – die bzw. der Präsident/in.

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Danach ging es mit dem Touri-Boot weiter zur Insel Taquila, wo ca. 3.000 Menschen leben. Für die rund 100 Kinder und Jugendlichen gibt es auch eine Schule. Wir konnten dort auch sehen wie die für Peru so prägende Quinoa-Pflanze aussieht. Die Insel ist mit lauter Inkaterrassen verbaut.

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Nach diesem sehr schönen Ausflug am Titicacasee sind wir ein bisschen durch Puno spaziert, wo gerade ein riesen Markt war, wo wirklich alles gekauft werden konnte.

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Der nächste Tag war ein reiner Reisetag. Wir fuhren untertags mit dem Bus von Puno nach Arequipa (6 Stunden). Wir dachten, das wird eine gemütliche Busfahrt aber es war grauenvoll. Der Bus blieb einfach irgendwo fast eine Stunde stehen damit der Bus voll wird. Es war fürchterlich heiß. Eine scheiß Busfahrt einfach.

In Arequipa angekommen überlegten wir, wie wir die restliche Zeit in Arequipa und Peru verbringen wollen. Weiter als bis heute haben wir aber nicht geplant. So sahen wir uns gestern Tag hier einfach mal die von vielen sehr geschätzte 850.000 EinwohnerInnen-Stadt an.

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Für heute buchten wir, eigentlich wider meines inneren Willens, eine Tour in den Colca Canyon. Es war wirklich schön, trotz 2.30 Uhr in der Früh aufstehen. Leider halt sehr überlaufen alles. Der Canyon ist herrlich. Angeblich glaub ich der 2. tiefste der Welt. Überall Inkaterrassen.

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Ein Höhepunkt dieser Tour sind allgemein die Kondore. Dies sind sehr wichtige Vögel für die PeruanerInnen. Sie sind sehr faszinierend, da sie wunderbar durch die Luft gleiten. Sie haben eine Flügelspannweite von bis zu 3 Meter und können 80 Jahre alt werden. Wir konnten sie glücklicherweise ganz nah erleben.

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Ansonsten bot der Ausflug noch weitere Highlights. Wir kamen etwa auf 4.910 Meter über den Meeresspiegel und konnten von dort aus den aktivsten Vulkan Perus names Sabancaya bestaunen (am Foto rechts zu sehen). Kalt aber saucool!

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Und es gab auch wieder ganz viele Lamas und Alpakas – zum freudigen Anschauen für mich.  Sogar viele Babylamas 🙂

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Leider habe ich von der wunderschönen Landschaft nachmittags nicht mehr so viel mitbekommen, weil ich viel zu müde war und die Augen nicht offen halten konnte. Man bräuchte einfach mehr Zeit für diese schöne Natur.

Nun freue ich mich schon sehr aufs Schlafen und bin froh, wenn ich nichts mehr organisieren muss, wie etwa wo wir schlafen oder mit welchem Bus wir wohin kommen. Freu mich auf Wien und das eigene Bett!